Ketschengasse

Die Altstadt Coburg ist wirklich sehenswert in Bayern – und dabei noch ein Geheimtipp! Nur wenige wissen von der Pracht der historischen Herzogstadt mit Schloss, Veste und rund 1000 denkmalgeschützten Häusern. Ich war hier und habe Barbara Weiß kennengelernt. Sie hat zwei Häuser am Rand der Altstadt in der besten Wohngegend Coburgs renoviert und vermietet sie als Ferienwohnungen mit E-Auto Ladestation, kompletter Küche und allem, was du dir vorstellen kannst.

➔ Ideal für einen mehrtägigen Urlaub im Villenviertel von Coburg: Hier die Bewertungen, Bilder und Buchungsmöglichkeit.

5/5 - (2 votes)

Ketschengasse Coburg: Die gemütliche Flaniermeile

Die Ketschengasse ist eine der charmantesten Flaniermeilen in der Coburger Altstadt. Als flanierfreundliche Fußgängerzone verbindet sie den Marktplatz mit dem Ketschentor und dem Albertsplatz. Hier befinden sich bedeutende Baudenkmäler vom Spätmittelalter über Renaissance und Barock bis hin zur Neugotik. In diesem Guide erfährst du im Detail, welche besonderen Häuser, Fassaden und Brunnen du nicht verpassen solltest und was für deinen Besuch wissenswert ist.

Im Vergleich zur belebten Spitalgasse nördlich des Marktplatzes geht es in der Ketschengasse etwas ruhiger und beschaulicher zu. Die Gasse folgt dem alten Verlauf der Handelsstraße, die Reisende und Kaufleute früher von Bamberg oder Nürnberg aus direkt in die Residenzstadt führte.

Entlang der Straße reihen sich eng aneinander gebaute Trauf- und Giebelhäuser. Charakteristisch für die Ketschengasse sind zwei historische Aufweitungen: Zum einen schwenkt die Häuserflucht auf Höhe der Hausnummern 13/15 leicht zurück, zum anderen erweitert sich die Gasse an der Einmündung zur Kuhgasse zu einem kleinen Platz. Beide Plätze gaben der Gasse Marktcharakter.

Persönlicher Tipp des Autors:

Die Ketschengasse in der Altstadt Coburg - an der Ecke mit dem Rathaus
Die Ketschengasse in der Altstadt Coburg – an der Ecke mit dem Rathaus
Das Münzmeisterhaus ist das schönste Haus der gesamten Ketschengasse
Das Münzmeisterhaus ist das schönste Haus der gesamten Ketschengasse
Der Kastenbrunnen in der Ketschengasse
Der Kastenbrunnen in der Ketschengasse

Sehenswerte Häuser und Bauwerke in der Ketschengasse

Bei einem genauen Blick auf die Fassaden offenbart die Ketschengasse einige architektonische Kostbarkeiten. Schau gleich am Marktplatz auf das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus in der Ketschengasse 1. Das Anwesen aus der Zeit um 1600 besticht durch sein historisches Sitznischenportal im Erdgeschoss und vorspringende Fensterachsen. Ein kleiner Blick in den Hinterhof lohnt sich, denn dort verbergen sich beeindruckende viergeschossige offene Holzlauben sowie ein im Jahr 1985 wiederentdeckter mittelalterlicher Brunnen.

Folgst du der Gasse weiter nach Süden, erreichst du das Highlight und eines der bedeutendsten Bürgerhäuser Coburgs: das Münzmeisterhaus in der Ketschengasse 7. Das repräsentative Gotik-Gebäude entstand 1444 als Wohnsitz des Adelsgeschlechts von Rosenau, den damaligen Münzmeistern. Das Erdgeschoss besteht aus mächtigen Sandsteinquadern mit sechs charakteristischen Laubenbögen, über denen die kragenden Fachwerkgeschosse auf hölzernen Balkenköpfen ruhen und imposante Andreaskreuze zeigen. Ein praktischer Besuchertipp für deinen Rundgang: Gehe unbedingt durch den Durchgang im Haus in Richtung Neugasse – vom Innenhof aus offenbart sich die ebenso eindrucksvolle Rückseite dieses historischen Fachwerkensembles. –> Münzmeisterhaus

Weiter flanierend erreichst du auf Höhe der Ketschengasse 13/15 eine kleine Straßenaufweitung, an der der historische Löwenbrunnen steht. Der Kastenbrunnen, der bereits 1395 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wird von der Figur eines Löwen gekrönt. Das Raubtier hält das Wappen der Stadt Coburg – ein hoheitliches Detail, das auf die frühe Marktfunktion dieses Gassenabschnitts hinweist.

Sehenswert ist das Eckhaus Ketschengasse 27 direkt am Übergang zum Albertsplatz. Dieses dreigeschossige Mansarddachgebäude aus den 1860er Jahren besticht durch seine filigrane Neugotik-Fassade und wird von einem zweigeschossigen polygonalen Eckerker geschmückt, der reich mit Maßwerk und zierlichen Säulchen verziert ist.

Am unteren Ende der Gasse weitet sich die Straße an der Ecke zur Kuhgasse erneut. Hier befindet sich der Säumarktbrunnen (auch bekannt als Ketschentorbrunnen) aus dem Jahr 1657, dessen geschichtliche Wurzeln bis ins Jahr 1566 zurückreichen. Sein prägnanter Name erinnert daran, dass an diesem Platz vom 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts der städtische Schweinemarkt abgehalten wurde.

Was ist das Besondere an der Ketschengasse?

Abseits der großen Modeketten erwartet dich in der Ketschengasse ein ganz persönliches Einkaufserlebnis mit individueller Note. Statt anonymer Großfilialen dominieren hier charmante, inhabergeführte Fachgeschäfte, stöberfreundliche Antiquariate sowie Kunsthandwerk und handgemachte Töpferwaren.

Wissenswert für Besucher

Die Ketschengasse lässt sich perfekt in einen Stadtrundgang einbinden. Ganz ohne Umwege spazierst du vom Marktplatz die Ketschengasse hinab, vorbei an historischen Schätzen wie dem Münzmeisterhaus und den traditionellen Brunnen. Du kommst am sehenswerten Albertsplatz vorbei und kommst zum Ketschentor. Wer möchte, kann den Spaziergang noch zum nahen Rosengarten fortsetzen.

Wo ist die Ketschengasse Coburg?

Häufige Fragen zur Ketschengasse

Woher stammt der Name „Ketschengasse“?

Der Name leitet sich vom ehemaligen Dorf Ketschenbach ab, das sich südlich der Coburger Stadtmauer befand. Die Gasse war ursprünglich der Verbindungsweg von der Altstadt durch das Ketschentor hin zu dieser Siedlung.

Wo in der Ketschengasse parken?

Die Ketschengasse ist reine Fußgängerzone. Der am schnellsten erreichbare Parkplatz ist das Parkhaus Mauer am Albertsplatz, von dem aus du in weniger als einer Minute am südlichen Ende der Ketschengasse stehst.

Nach oben scrollen